Geistliches Wort

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

der Prophet Jesaja hat einen Traum, eine Vision, er sieht Gottes Zukunft:
Schwache schützen Starke. Starke nutzen ihre Stärke nicht aus. Schwache haben keine Angst mehr. Keine Gewalt. Friede für Menschen und Tiere.
Ein schöner Traum. Und nur ein Traum?

Jesaja sieht das Friedensreich Gottes und weist auf den Messias hin, der dieses Reich errichtet. Für uns Christen ist Jesus dieser Messias. Mit dem Weihnachtsfest feiern wir jedes Jahr das Kommen dieses Messias, des Gesalbten Gottes, des Christus Jesus.
Die Worte des Weihnachtsliedes „Es ist ein Ros entsprungen“ basieren auf dem 1. Vers des Jesaja-Textes.
Ungefähr 700 Jahre vor Jesu Geburt kündigt Jesaja den Messias und mit ihm das Friedensreich Gottes an. Die Geburt von Jesus bezeichnet eine Zeitenwende, doch was bedeutet diese Vision für uns heute, mehr als 2000 Jahre nach dem Kommen Jesu? Hat sich die Welt zu einem Reich des Friedens verändert? Wohl eher das Gegenteil ist der Fall. Ungerechtigkeit, Armut, Hunger, Gewalt, Zerstörung, Krieg sind an der Tagesordnung und unsere moderne, aufgeklärte, zivilisierte Welt konnte daran bisher nichts ändern. War also doch alles nur ein schöner Traum? Müssen wir weiterhin auf dieses Reich hoffen und warten? Ist es nur eine Vorstellung des Jenseits und hat mit unserem Leben hier im Diesseits nichts zu tun, außer, dass wir davon träumen?
Ich glaube das nicht und will mich nicht damit abfinden. Ich glaube, dass Gott sich diese Welt und alles, was dazu gehört erdacht und erschaffen hat und er hat sie mit dem Qualitätsmerkmal „sehr gut“ ausgezeichnet. Aber die Schöpfung ist kein abgeschlossenes endliches Ereignis. Sie ist ein immerwährender Prozess. Gott erschafft jeden Tag neu. Jeden Tag gibt er seinen Lebensodem, seine Schöpferkraft, seinen Heiligen Geist. Und er lässt uns Menschen an seinem Schaffen teilhaben. Wir sind Mitschöpfer und Mitgestalter dieser Welt. Dazu hat Gott uns beauftragt. Dazu hat er uns erlöst und befreit durch Jesu Tod und Auferstehung.
Mit uns und durch uns will er sein Friedensreich errichten. „Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens“, heißt es in dem schönen Gebet, welches Franz von Assisi zugeschrieben wird und welches auch unser tägliches Gebet sein sollte.

Wir können und sollen die sein, durch die Gottes Liebe, Gottes Frieden, Gottes Gerechtigkeit in die Welt kommt. Das können wir aber nur, wenn wir uns ihm öffnen, ihn in unser Leben einlassen und in Jesu Fußstapfen gehen, das heißt, in seiner Nachfolge leben und Nachfolge bedeutet, Schwache schützen, Frieden stiften, einander annehmen, aufrichten, ermutigen. Wie Jesus es getan hat vor 2000 Jahren und immer noch tut durch die, die sich von ihm leiten lassen.
Jeder und jede hat dazu von Gott seinen Platz in dieser Welt, seine Gaben und Kräfte verliehen bekommen, mit denen er oder sie mitbauen kann am Reich Gottes, um Jesajas Traum Wirklichkeit werden zu lassen.
Die Vollendung liegt jedoch in Gottes Hand, darauf können wir vertrauen und das mögen unser Trost und unsere Hoffnung sein an jedem neuen Tag und ganz besonders auch zum Beginn dieses neuen Jahres.

Es grüßt im Namen des Kirchenvorstandes und der MitarbeiterInnen
Ihre Steffi Heinrich

Monatsspruch Dezember

„Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie.“ (Jessaja 11, 6)

Monatsspruch Januar

„Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut.“ (Genesis 1, 31)

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