Liebe Besucherin, lieber Besucher,
Traurig, resigniert, hoffnungslos. Mit hängenden Köpfen gehen die beiden ihren Weg. Sie versuchen die Gedanken zu sortieren. Irgendwie Erklärungen und Trost zu finden. Immerhin, sie haben sich noch, müssen nicht allein gehen. Geteiltes Leid, ist halbes Leid – doch auch das ist noch unerträglich. Alles, worauf sie gebaut und gehofft haben – mit einem Mal ist es weg. Es hat ihnen den Boden unter Füßen weggezogen. Das Feuer in ihnen ist längst erloschen. Da hilft das gemeinsame Gehen. Es muss ja auch irgendwie weitergehen, wie immer im Leben. Komme, was wolle.
Kurze Zeit später, ja noch am selben Abend rennen die beiden den ganzen Weg zurück. Begeistert, glücklich, zuversichtlich – gar nicht zu vergleichen mit der depressiven Stimmung des Hinweges. Plötzlich macht alles wieder Sinn. Es geht wirklich weiter – nicht nur irgendwie, sondern besser als je zuvor. Sie haben das Gefühl, ihr Herz brennt wieder. Da ist neue Leidenschaft, neue Liebe, neues Leben.
Zwischen dem Hin und dem Her, zwischen dem vermeintlichen Ende und dem verrückten Neuanfang muss etwas passiert sein, das alles verändert hat. Irgendwo dazwischen muss ein Funke übergesprungen sein und etwas entfacht haben – ein Feuer, das es zum Leben braucht.
Und man fragt sich: Wie kann das sein?
Die Geschichte der sogenannten Emmaus-Jünger, der dieser Monatsspruch entnommen ist, zeigt beispielhaft: Jesus geht uns nach. Besonders dann, wenn wir es am nötigsten haben. Er begleitet uns, redet mit uns und bewirkt dadurch großes. Vielleicht merken wir das gar nicht, oder nicht gleich. Doch die Begegnung mit dem Auferstandenen ändert alles. Der Weg ist dann ein ganz anderer, weil er wieder ein Ziel hat. Wir gehen nicht dem Ende entgegen, sondern dem Leben.
Es lohnt sich der Blick zurück, um zu sehen, wie oft uns Jesus schon begegnet ist. Und es lohnt sich ihn zu bitten, dass ER es wieder tun möge – Schritt für Schritt und Tag für Tag.
Es grüßt im Namen des Kirchenvorstandes und der MitarbeiterInnen
Ihr Pfarrer Benjamin Philipp
Monatsspruch April 2025
„„Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete?“
Lukas 24,32
Monatsspruch Mai 2025
„Zu dir rufe ich, HERR; denn Feuer hat das Gras der Steppe gefressen, die Flammen haben alle Bäume auf dem Feld verbrannt. Auch die Tiere auf dem Feld schreien lechzend zu dir; denn die Bäche sind vertrocknet.“
Joel 1,19-22